Die Gründung der „Krähen“ geht auf eine Initiative von Jochen Butz im Jahr 1985 zurück. Zehn Gleichgesinnte aus seinem Freundeskreis (4 Mediziner, 1 Studienrat, 2 Betriebswirte, 1 Ingenieur, 1Amtsleiter, 1 Gutachter) trafen sich mit dem Ziel, ein Kabarett zu gründen, das thematisch vorwiegend auf die Region Niederrhein abhebt und den Stoff von der Straße aufpickt. Von Anfang an war klar, dass die gesamten eingespielten Reinerlöse karitativen gemeinnützigen Zwecken zukommen sollten. Der Name „Krähen“ geht auf „Krähenfeld“, die historisch überlieferte Bezeichnung für Krefeld zurück. Seit 1985 haben die „Krähen“ 15 eigene Programme auf die Bühne gebracht. Der Erlös geht immer an caritative Zwecke.
Mit der Krefelder Krähe hat die Truppe einen wichtigen Kabarettpreis geschaffen, der jährlich vergeben wird – im Wechsel an den Bühnen-Nachwuchs und an Kabarett-Größen fürs Lebenswerk. Frühere Ehrenpreisträger sind Konrad Beikircher,
Dieter Hildebrandt, Dieter Hallervorden, Dieter Nuhr, Hans Liberg, Das Kom(m)ödchen und Eckart von Hirschhausen.
Die Uraufführung mit dem Programm „Sender Krähenfeld“ war bahnbrechend für den späteren regionalen Hörfunk und wurde vor 130 Gästen in der proppenvollen Hausbrauerei „Herbst Pitt“ auf die Bretter gebracht. In der ersten Saison erreichte man mit vier Aufführungen pro Jahr rd. 600 Personen und baute die Kapazität durch mehr Veranstaltungen und größere Säle auf über 3.000 Zuschauer pro Saison aus.
Das aktuelle Programm heißt „Treffen der Krähnerationen“. Das Team umfasst drei Generationen, mit einem Altersabstand von mehr als 50 Jahren. „Damit brauchen wir uns schon mal über authentische Generationskonflikte in unserem Programm keine Sorgen mehr zu machen“, sagt Krähenchef Peter Gronsfeld. Es geh um das „ewige Kind im Niederrheiner“, das im neuen Programm einen wichtigen Platz einnimmt.
Natürlich ist das auch ein Problemstück. Denn die Krähen haben immer einen kritischen Blick auf das Zeitgeschehen. Aber die Problemfelder bearbeiten sie mit viel Ironie und Augenzwinkern. Dabei bewegen sie sich zwischen Kinderhelden von gestern und Ideen für die kindgerechte Erziehung von morgen. „Es macht uns riesigen Spaß, diese alten Idole wie Pippi Langstrumpf, den Michel oder die Biene Maja mit Flip und Willi auf die Bühne zu bringen“, schwärmt Bernhard Schauws, einer der Hauptautoren.
Zum Beispiel kommt der überforderte Familienpapa vor, der „seine lieben Kinder erfolgreich gegen störende Anrufe der Schwiegermutter einsetzt. Vorlage liefert das wirkliche Leben. „Als junger Vater brauchte ich diese Szene gar nicht zu erfinden“, berichtet Gronsfeld. „Ich musste nur zwei meiner täglichen Telefonate zwischen Job, Krähenorganisation, Haushalt und Kinderwahnsinn aufzeichnen, und dann fehlte nicht mehr viel bis zur Bühnenreife.“ Die beiden leicht verwirrten Geistlichen, Lieblinge aus dem vergangenen Programm – tauchen auch wieder auf. Sie wollen mit einem „jugendlichen Gottesdienst“ die Katholische Kirche retten.